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Coler, Johannes (1593): Oeconomia oder Hausbuch. 1. Aufl. Wittenberg: Hellwig, Paul. Digitalisat der Ausgabe der ULB Sachsen Anhalt.

Kürzlich bin ich auf die Dissertation von Philipp Hahn gestoßen, der sich intensiv mit dem Werk “Oeconomia ruralis et domestica” von Johann Coler beschäftigt hat. Die “Oeconomia” ist das erste klassische Werk der Gattung Hausväterliteratur, die im Zentrum meines Projekts steht. Das Werk wurde nach seiner Erstveröffentlichung Ende des 16. Jahrhunderts bis in das 18. Jahrhundert immer wieder neu aufgelegt, revidiert und rezipiert. Philipp Hahns Dissertation wurde unter dem Titel “Das Haus im Buch. Konzeption, Publikationsgeschichte und Leserschaft der ‘Oeconomia’ Johann Colers” im Jahr 2013 beim bibliotheca academica Verlag veröffentlicht. (ISBN 978-3-928471-84-8)

Philipp Hahn setzt sich detailliert mit Coler als Autor und dessen Kommunikation mit dem Leser auseinander. Dabei beschäftigt er sich vor allem mit der “Selbstinszenierung” des Autors gegenüber der Leser, und welche Strategien Coler verfolgt, um die Leser zu überzeugen und zu belehren. In einem weiteren Abschnitt werden die verschiedenen Auflagen zu erst von Coler selbst und später von verschiedenen Herausgebern analysiert. Auchh auf verschiedene Übersetzungen in Niederländisch und Schwedisch werden hier  beachtet. In einem dritten Teil wird die Rezeption von späteren Autoren der Hausväterliteratur behandelt. Hier wird aufgezeigt wie das Colersche Werk die späteren Werke des Genres prägten, aber auch wie sich Autoren von Coler abwandten. Hahn erkennt vor allem bei Johann Jacob Agricola, Wolf Helmhard von Hohberg, Johann Christoph Thieme, Johann Wilhelm Wündsch, Christoph Fischer und Andreas Glorez klare Verbindungen zu Colers Werk. Gleichzeitig geht Hahn auf die Rezeption des Werkes in anderen Gattungen ein. Im letzten Abschnitt des Buches beschäftigt sich  Hahn akribisch mit den Leserspuren innerhalb der erhaltenen Werke der verschiedenen Auflagen. Hierbei wurden Nutzungsspuren innerhalb der Bücher untersucht und archivalische Quellen in die Überlegungen mit einbezogen. Dadurch entstand ein detailliertes Kapitel zu den Besitzern, möglichen Lesern und Gebrauchsweisen der Werke. Dem Buch ist abschließend ein umfangreicher Anhang beigefügt in dem verschiedene Übersichten über die erhaltenen Exemplare der Werke geboten werden.

Für mich stellt dieses Werk eine wichtige Grundlage dar, auf der ich meine eigenen Überlegungen aufbauen kann.

Um einen Eindruck des ersten Teils von Colers Werk zu bekommen:

Ausgabe von 1593

Ausgabe von  1645

 

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