Seit Anfang April bin ich nun in Wolfenbüttel um mir meine Quellen in der Bibliothek anzuschauen. Auch wenn der Großteil der von mir benötigten Bücher digital vorhanden ist, muss ich mir die Werke auch im Originalen anschauen, da es auf Grund von der Buchbinderpraxis und auch auf Grund des Alters der Bücher Unterschiede zu den Digitalisaten geben kann. Hier in der Herzog-August Bibliothek gibt es eine große Menge der Werke, die in meinen Quellenkorpus fallen. Ich habe zur Vorbereitung eine umfangreiche Liste erstellt, die ich hier systematisch abgearbeitet habe. Dabei habe ich die Werke vor allem durch verschiedene Kategorien klassifiziert, sodass ich mir zuerst die wichtigsten und später die etwas weniger zentralen Bücher angeschaut habe. Dabei ging es vor allem darum, ob Bücher überhaupt digitalisiert waren und ob ein anderes Exemplar als das hier vorhandene digitalisiert wurde. Zu guter letzt habe ich mir auch Werke angeschaut, die aus Wolfenbüttel digitalisiert wurden, um zu schauen ob der Eindruck stark von der gescannten Version abweicht. Hierbei ist allerdings zu bemerken, dass die HAB die Bücher in einer solch hervorragenden Qualität einscannt, dass man wirklich selbst kaum sichtbare handschriftliche Notizen gut in den Digitalisaten erkennen kann.

Es war spannend endlich die Bücher in den Händen zu haben, die ich zum Großteil vorher nur am Bildschirm gelesen habe. Vor allem die unterschiedlichen Dimensionen der Bücher sind sehr interessant. Leider wurden die Bücher der Herzog-August Bibliothek zumeist direkt für die Bibliothek erworben und weisen daher wenige private Nutzungsspuren auf. Dennoch habe ich bei dem ein oder anderen Werk handschriftliche Notizen gefunden und konnte vor allem vergleichen, wie sich Bücher in den verschiedenen Auflagen unterscheiden und wie unterschiedlich mit der Integration von Bildern in den Büchern umgegangen wurde.

Jeden Mittag gibt es Kaffee oder Tee im Anna-Vorwerk Haus, das in unmittelbarer Nähe zum Zeughaus und der Bibliothek liegt. Hier gibt es Möglichkeiten sich mit anderen Stipendiaten und Gästen auszutauschen. Bei schönem Wetter fand das Kaffeetrinken sogar im Garten des Hauses statt. Ich muss allerdings zugeben, dass mich diese Treffen oftmals aus meinem Arbeitsrythmus gebracht haben, da ich gerade um 13:30 Uhr keine Pause benötige. Jeden zweiten Montag findet zusätzlich Abends um 18 Uhr das Stipendiatenkolloquium statt. Hier stellen Stipendiaten der Bibliothek die Projekte vor, die sie bei ihrem Aufenthalt in Wolfenbüttel bearbeiten. Anschließend sind alle eingeladen sich noch bei einem Glas Wein oder Saft auszutauschen. Zusätzlich gibt eine Vielzahl an Seminaren und Vorträgen, über die man regelmäßig von den Sekretärinnen der Bibliothek informiert wird.

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Eingang zum Zeughaus.

Das Zeughaus beherbergt einen Lesesaal, in dem ich mich die meiste Zeit aufgehalten habe. Auch Arbeitsplätze können hier genutzt werden, die ich allerdings nicht benötigt habe. Nur bei der Nutzung von besonders großen oder fragilen Drucken wurden die bestellten Bücher in den Lesesaal der Herzog-August Bibliothek geliefert. In beiden Gebäuden gibt es Schließfächer im Eingangsbereich und einen Informationstresen. Alle Mitarbeiter der Bibliothek waren sehr freundlich und hilfsbereit! Im Zeughaus gibt es auch eine kleine Cafeteria, in der man seine Pausen verbringen kann. Dort besteht die Möglichkeit sich mitgebrachtes Essen in einer Mikrowelle aufzuwärmen oder sich mit einem Kaffee aus dem Automaten zu stärken. Und vor allem liegen hier einige Tages- und Wochenzeitungen aus, die von allen gelesen werden können.

Das Anna-Vorwerk Haus verfügt über eine Küche, die auch die Stipendiaten für gemeinsame Kochabende nutzen können. Davon wurde während meiner Zeit in Wolfenbüttel ausgiebig Gebrauch gemacht, sodass wir etwa alle zwei Wochen gemeinsam zu 7-20 Personen gekocht und gegessen haben.

Nun bin ich bald am Ende der Zeit in Wolfenbüttel, die ich dank eines Stipendiums der Rolf und Ursula Schneider Stiftung finanziert bekommen habe. Im Rahmen des Stipendiums war ich unkompliziert im Feierabendhaus untergebracht, das recht altmodisch ist und auch an der ein oder anderen Ecke einen etwas morschen Eindruck macht. Aber vor allem jetzt im Frühling hat man einen wunderschönen Ausblick auf den Garten und die Oker.

Hier einige Eindrücke der Unterbringung im Feierabendhaus:

 

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